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Unser
Rudel hat sich Ende Januar diesen Jahres, also 2003, etwas erweitert. Und zwar
um zwei kleine Langohren.
Und das begab sich so: eines Tages
wurde unsere Jutta von einer Mitarbeiterin angesprochen, ob sie - da sie doch
Tierschutz macht - nicht ein kleines Häschen aufnehmen könnte. Die nette Dame
hatte es vor dem Tod als Schlangenfutter bewahrt und wüßte jetzt nicht, wohin
mit dem Fratz. Jutta hat freilich ja gesagt, denn wir haben ja eine Pflegestelle
in der Nähe, die selbst einige Kaninchen und Meerschweinchen hat. Es wurde kurz
abgeklärt, ob der Neuling dort auch übernommen werden kann, und so brachte die
Lebensretterin den Kleinen zu uns. Das heißt - wir vermuteten, dass es ein "er"
wäre. Er war grade mal 10 Wochen jung, und somit noch sehr schwer als Rammler zu
erkennen. Wir nannten ihn vorsorglich mal Hugo, und so flitzte er bei uns in
seinem Käfig herum. Eine Freundin hatte noch einen alten Hasenkäfig, den sie uns
vermachte, und so musste er nicht in unserem Hamsterkäfig versauern, der ja doch
etwas klein ist. Dann haben wir uns erstmal ausführlich im Internet über
Zwergkaninchen informiert, und den Kleinen zusammen mit zwei Welpen, die sowieso
geimpft werden mussten, zu unserem Tierarzt geschleppt. Er wurde als kerngesund
und putzmunter befunden, mit perfekt geratenen Zähnchen - und wirklich als Hugo
identifiziert. Nicht ohne anfängliche Schwierigkeiten, denn die Tierärztin
wollte zuerst eine Helga aus ihm machen. Doch ein weitere kritischer Blick legte
klar, dass Hugo ganz sicher ein Rammler ist. Prima, der Name passt also. Tja,
und er ward so putzig anzusehen, und so zutraulich, und auch das Gebell unserer
Rasselbande störte ihn nicht weiter - im Gegenteil, er kam jedes Mal, wenn Piwi
vorm Käfig stand und ihn zum Spielen auffordern wollte, direkt ans Gitter um zu
gucken, was denn da los sei. Muffin leckte ihm durch die Gitterstäbe die Nase
ab, und Curly versuchte gar, ihn zu befreien. Also tagte der Adamsche
Familienrat, und es ward beschlossen, dass der Hugo zu uns gehöre.

Durch einen wunderbaren Zufall
bekamen wir just zu dieser Zeit noch einen großen Hasenkäfig geschenkt, größer
als der unsrige, und das nahmen wir als bestätigendes Zeichen. So wurde
Klein-Hugo noch einmal umgesetzt und durfte sich einleben.
Nun hatten wir im Web ja überall
gelesen, dass Kaninchen möglichst paarweise gehalten werden sollen. Also musste
ein zweites her. Hugo soll Ende Februar kastriert werden, und zu einem
kastrierten Rammler passt laut zahlreicher Kaninchenhalter am besten ein
Weibchen.
Folglich haben wir mal alle
Tierheime der näheren und weiteren Umgebung abgeklappert – mit einem
niederschmetternden Ergebnis: nix zu machen, nur lauter Rammler. Wir wollten
nicht gleich zu Anfang blutige Hierarchiekämpfe riskieren. Als Tierschützer mit
Leib und Seele scheuten wir davor zurück, zum Züchter zu gehen oder gar in eine
Zoohandlung, sondern wir wollten lieber einem heimatlosen Kaninchen ein Heim
verschaffen. Da ward guter Rat teuer. Und wieder kam uns der Zufall zu Hilfe.
Die Retterin unseres Hugo bat wieder um Unterstützung - eine Familie wollte ihr
zweites Kaninchen wieder hergeben, weil es zuviel Arbeit mache. Sollte ein
Rammler sein. Mmmh, also erst mal her damit, wir kriegen ihn schon unter. Käfige
sind ja nun genug da.
Und - welch herrlicher Zufall - der
kleine Löwenköpfchen-Rammler war ein Mädel! Na wenn das nicht Schicksal ist! Wir
nannten sie Miss Elli, und nun gehört sie zu uns. Bis Hugo kastriert ist,
bleiben sie getrennt, aber sie verstehen sich auf jeden Fall prima. Wir hatten
eigentlich mit einer Zusammenführung über mehrere Tage gerechnet, aber beim
gemeinsamen (überwachten!) Auslauf und gegenseitigem Käfigerkunden waren sie
sich einig, ohne auch nur einmal die Zähnchen zu wetzen. Unsere drei Mädels
waren natürlich begeistert - noch mehr Action beim Kaninchen-TV!

Nach anfänglicher Scheu ist auch
Miss Elli jetzt schon sehr zutraulich und lässt sich von unseren Rabauken nicht
mehr aus der Ruhe bringen. Nachdem sie zunächst sofort in die hinterste
Käfigecke floh, sobald sich ein Zweibeiner auch nur andeutungsweise näherte,
hoppelt sie mittlerweile sofort ans Gitter um zu schauen, ob vielleicht ein
Möhrchen oder ein paar leckere Kräuter zu holen sind, oder was die bellenden
Hausgenossen denn schon wieder haben... :

Nun fanden wir aber die unsere
Käfige für die beiden dann doch etwas klein. Im Frühjahr werden wir auf jeden
Fall ein Außengehege bauen - aber bis dahin? Und so wurde wieder im Web
geforscht. Siehe da, Hasenkäfige selber bauen scheint gar nicht so schwer!
Alfred war schnell überredet, und so haben wir Holz, Schrauben, Winkel und
Scharniere gekauft, und los ging es. Nach insgesamt ca. 8 Stunden Arbeit (das
Einkaufen nicht mitgerechnet!) ward sie vollendet: die
Villa Nepomuk!
Einszwanzig hoch, einszwanzig lang, sechzig tief, drei Stockwerke. Hugo und Miss
Elli finden es toll. Das oberste Stockwerk haben wir nun erst mal abgetrennt und
wöchentlich abwechselnd den einen oben, den anderen unten untergebracht, bis die
Gefahr der Nachwuchserzeugung gebannt ist. Überwachten Auslauf bekommen sie
natürlich zusammen. Unsere drei Hundis halten sich jetzt viel lieber im
"Hasenzimmer" auf, als bei uns im Wohnzimmer, denn dort ist es ja um soo viel
spannender... ! Und Piwi hat sich bereits vorsichtig mit Hugo angefreundet...
nur unter strenger Aufsicht, versteht sich:
(Ist sie nicht supersüß ???)
Dies war also die Geschichte, wie
wir zu unseren beiden Langohren kamen. Mehr Informationen und Tipps sowie die
Dokumentation des Villabaus finden Sie unter Kaninchentipps! Vielleicht möchte
ja noch jemand selbst bauen.. ?
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